Sollzustand

brand eins Kolumne über die Panik der klassichen Medien

December 10th, 2007

In der aktuellen Kolumne von brand eins, meinem Liebling unter den Wirtschaftsmagazinen, bin ich über einen interessanten Beitrag gestoplert. Oliver Gehrs berichtet über die momentane Stimmung der Verlage angesichts schwindender Werbeeinnahmen im Printbereich und wachsender Konkurrenz im Netz.

Die Verlage werden panisch, weil ihre schönen Werbegelder ins Internet fließen. Also: nichts wie hinterher!

Hier ein paar Auszüge:

Denn, und das macht die Verleger alter Schule richtig traurig, das Geldverdienen ist im Internet wesentlich schwieriger als im analogen Leben. Online konkurrieren die Verlage nicht nur miteinander, sondern auch zunehmend mit Firmen, die in schöneren Zeiten ihre Kunden waren, mittlerweile aber mit eigenen Websites um die Gunst der Werbekunden buhlen. Die schalten ihre Pop-ups, Banner und Filme nicht nur bei den Online-Ablegern der Verlage, sondern auch in Foren, in denen sich Gleichgesinnte treffen, in Suchmaschinen, bei Ebay oder Amazon. Plötzlich stehen die Verlage also in Konkurrenz mit jedem, der im Internet auftritt. Selbst mit Blogs von Privatleuten, die sich zu Gott und der Welt verbreiten und damit eine Zielgruppe anziehen, die für Kunden interessant sein kann. “Der Medienmarkt ist komplexer geworden”, sagt ein Verlagsmanager, “überall schießen Kanäle aus dem Boden.” Nur neun Prozent der Werbung im Internet entfällt auf die klassischen Medienmarken.

Ein bisschen Pfeifen im Walde kann nicht schaden, denn bislang wissen nicht einmal die Profis, wie man im Netz Geld verdient. Als man beim Videoportal Youtube, das sich Google für 1,3 Milliarden Euro einverleibt hat, neulich mit Werbefilmen experimentierte, gab es einen Aufschrei unter den Nutzern. Seitdem ist unklar, wie sich die Akquise je amortisieren soll. Ähnliche Unklarheit dürfte auch bei der Holtzbrinck-Verlagsgruppe herrschen, die weitgehend strategiefrei einen bunten Strauß an Internetfirmen gekauft oder gegründet hat, um beim Rennen um die Gunst der Medienkonsumenten nicht auf der Strecke zu bleiben. Darunter das Mütterportal Mamily.de, auf dem sich Interessierte über Baby-Akne und Abstammungsurkunden austauschen, und das Portal StudiVZ, über das Studenten andere Studenten an ihren Unis kennenlernen können. Noch ist unklar, wann sich das 85-Millionen-Investment für StudiVZ rechnen soll.

Die ganze Kolumne in der brand eins Ausgabe 12/07.

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